Vita

Ich war, ich bin, ich werde sein – Pablo Neruda

 

Hier lesen Sie eine ausführliche Biographie. Leser ohne Zeit finden am Ende eine kurze Zusammenfassung.

Marc-Uwe Kayser ist am 27. Mai 1961 in Potsdam geboren und wurde schon als Baby evangelisch-lutherisch getauft. Zu seinem Rufnamen Marc kam es, weil seine Mutter, eine Krankenschwester, in der Zeit ihrer Schwangerschaft Marc Aurels Selbstbetrachtungen las und davon fasziniert war.

Seine ersten Lebensjahre verbrachte er als Einzelkind in der früheren Waldsiedlung Wilhelmshorst bei Potsdam. Schon seit er in der Schule schreiben gelernt hatte, forderten seine Eltern von ihm jeden Sonntag ein Gedicht oder kurze Erzählung ein, die er am Frühstückstisch verlas. „Ich wuchs in das Schreiben hinein“, erinnert er über diese Zeit in seiner Kindheit und Jugend. Großen Einfluss habe auf ihn die Bibel gehabt. Marc ging ab dem 7. Lebensjahr zur Christenlehre, sang im Kirchenchor.

Als sein Vater Chefarzt einer norddeutschen Werftklinik wurde, zog die inzwischen vierköpfige Familie nach Rostock um. Nach seinem Schulabschluss erlernte Marc von 1977 bis 1979 in Rostock den Beruf eines Matrosen der Handelsschifffahrt („Ich wollte raus in die Welt“) und spezialisierte sich auf Decksmaschinentechnik. Weil ein Kapitän ihn für technisch unbegabt hielt, schrieb er über Monate das Schiffstagebuch und hielt Ereignisse wie Havarien, Fahrten und Feten in Reportagen fest. Von 1980 bis 1981 leistete er einen 18 Monate langen Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee bei einer Aufklärungseinheit in Schwerin ab. Anschließend holte er 1983 das Abitur im Zweiten Bildungsweg nach. Es war ihm zuvor mit der Begründung verwehrt worden, dass er als Sohn eines Arztes nicht in die „Schulquote von Arbeiter- und Intelligenzlerkindern“ passe.

Um Geld zu verdienen, arbeitete er neben dem Abendkolleg als Packer und Laufbursche im Hinstorff-Verlag und schrieb Kulturkritiken für die Norddeutschen Neuesten Nachrichten. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kurzfilme.
Damals verantwortete Kaysers Mutter auch mehrere Buchläden entlang der Ostseeküste, aus denen sich Marc, wie er selbst sagt, “großzügig bedienen durfte. Ich las seit meiner Jugend vor allem die amerikanischen Short-Story-Autoren wie Hemingway, Scott Fitzgerald und Updike. Sie gaben mit Halt in der mitunter grauen Wirklichkeit des DDR-Alltags.” Später kamen Kriminalromane von Raymond Chandler und Patricia Highsmith hinzu, von denen Kayser sagt, dass sie dessen Sprach- und Schreibstil “erheblich beeinflusst haben”.

Ein anschließendes Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin verwehrten Behörden mit dem Hinweis, dass er und seine Familie aufgrund der Nähe zu DDR-Regimekritikern wie Ulrich Plenzdorf und Bettina Wegner „unsichere Kantonisten des sozialistischen Aufbaus“ seien.

Zwischen 1985 und 1989 lebte Marc Kayser in Berlin, besetzte eine Wohnung im Stadtteil Prenzlauer Berg und gründete mit seinem Jugendfreund David eine Wohngemeinschaft mit Ostberliner Punks. Er lebte von Auftragsarbeiten, schrieb als Ghostwriter Songtexte und Reiseführer und schmuggelte Beobachtungen aus dem sozialistischen Ostberlin in den Westen, wo sie erstmals vom Berliner Tagesspiegel veröffentlicht wurden. Nach einer Reihe negativer Erfahrungen mit dem Ministerium für Staatssicherheit, besetzte Marc Kayser mit David 1987 die westdeutsche Botschaft in Warschau mit dem Willen, „als Diplomaten getarnt in einem Flugzeug in den Westen zu gelangen“. Doch die Versuche scheiterten, Kayser stellte einen Ausreiseantrag und verließ schließlich, nach monatelangen Interventionen mehrerer Westberliner Rechtsanwälte im Juni 1989 die DDR.

Durch die Vermittlung eines Hamburger Galeristen lernte Marc Kayser 1989 den damaligen Vorstandschef des Axel-Springer-Verlages, Professor Bernhard Servatius, kennen, der ihn in der Redaktion von BILD München unterbrachte. Sechs Monate später volontierte er bei der Süddeutschen Zeitung, studierte parallel an der Hochschule für Politik München und wurde vorzeitig als Redakteur übernommen.

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Durch ein Interview mit Katja Havemann, der Frau des DDR-Regimekritikers Robert Havemann, mit der er tief in die Stasi-Akten ihres Mannes einstieg, lernte er Alfred Biolek kennen, der ihn zunächst als Redakteur, später als Chef vom Dienst für seine Sendung Boulevard Bio von der Süddeutschen Zeitung abwarb.

Seither arbeitet er als freier Redakteur, Autor und Schriftsteller. Bei Biolek blieb er fünf Jahre, schrieb parallel Texte unter anderem für Die ZEIT, die Financial Times Deutschland, Die Weltwoche in Zürich und Elsevier in Amsterdam. Von 1998 bis 2000 war er Chef vom Dienst des Polittalks von Sabine Christiansen.

Seit 2000 schreibt Marc Kayser journalistische Artikel, Romane, Sach- und Drehbücher.

 

Er übernahm bis 2004 die Chefredaktion der Kunstzeitschrift “Qvest”. Er entwickelte Formate und Filmstoffe für Buchverlage und Filmproduktionen. Er produzierte Kurzfilme, hielt Vorlesungen und gab Kurse und Seminare für kreatives Schreiben an Schulen, Instituten und Universitäten. Diese Arbeit macht er bis heute.

Von Oktober 2013 bis März 2016 arbeitete er als freier Autor und Redaktionsberater für Hubert Burda Media und beriet den Chefredakteur von SUPERillu. In den Jahren bis heute erschienen insgesamt sechs von ihm verfasste Bücher (siehe Bücher). Seit Oktober 2018 arbeitet er für die Berliner Firma friedrich30 als Projektmanager Public Relations und Public Affairs.

Marc Kayser hat einen Sohn und lebt am Berliner Wannsee.

 

 

Zitate anderer über Marc Kayser

“Wenn Marc Kayser etwas schreibt, dann stimmt es auch.”

– Karl Lagerfeld über Marc Kayser in einem Interview mit Reinhold Beckmann

“Marc Kayser zählt zu den begehrtesten Interviewern Deutschlands.”

– Handelsblatt, Düsseldorf

Interessen

Schreiben, Schwimmen, Schlafen, Bücher, Reisen, Kino und Musik von Künstlern wie Patti Smith, David Bowie, Ian Gillan, Robert Plant, Nightmares on wax und Trentemøller

 

Zusammengefasst

Marc Kayser ist Journalist, Schriftsteller und Persönlichkeitsberater. Er arbeitete für überregionale Tageszeitungen wie Süddeutsche Zeitung und DIE ZEIT, internationale Magazine und für verschiedene Fernsehsender. Er coachte Manager, Politiker und Künstler.
Bisher sind zwei Romane im Wilhelm Heyne Verlag erschienen. TRIAS im Jahre 2008 und HEXAGON im Jahre 2009. Außerdem ist er Mitautor des Sachbuches „Ich habe einen Traum“, das bei Kiepenheuer und Witsch 2002 erschienen ist.
2012 verpflichtete ihn die Stadt Rheinsberg als Stipendiat und Stadtschreiber. Seit 2013 ist er als Autor und Redaktionsberater bei Hubert Burda Media unter Vertrag. 2015 erschien das Sachbuch “Große Freiheit Ost – auf der B96 durch ein wildes Stück Deutschland”, ab 2016 bis heute erschienen drei Kriminalromane.

Fotos: privat und Catrin Schmitt/Zaehlerwerk

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